Case Study

«Zum ersten Mal hat uns eine Agentur zugehört»

Raymond Silvani, Geschäftsführer der Vinothek Brancaia

Die Vinothek Brancaia hat ihren Onlineshop sechsmal neu bauen lassen. Erst das sechste Projekt war ein Erfolg. Dieses durften wir umsetzen.

Nach einem halben Jahr war der neue Shop live. 4'545 Artikel und 30'700 Bestellungen sind umgezogen. Der Shop war dabei keine Stunde offline.

Der Traffic aus Google ist stabil und steigt leicht.

Was war diesmal anders? Drei Dinge. Wir haben zugehört. Wir haben für ein Fundament gesorgt, das hält. Und der Marketingleiter hat das Frontend selbst gebaut.

Vinothek Brancaia

Woran Weinshops immer wieder scheitern

Wein ist ein Kulturgut, und der Weinhandel hat seine Eigenheiten. Trotzdem gelten für einen Weinshop die gleichen Regeln wie für jeden Onlineshop. An vier Punkten scheitern Weinshops immer wieder.

Jahrgänge und Flaschengrössen. Den gleichen Wein gibt es als 2023er und als 2024er, in der normalen Flasche und als Magnum. Jede Variante hat einen eigenen Bestand und einen eigenen Preis. Für den Kunden gehören sie trotzdem zusammen.

Preise. Ein Privatkunde zahlt anders als ein Restaurant. Ein Restaurant zahlt anders als ein Händler. Dazu kommen Aktionen und persönliche Vereinbarungen. Ein Wein hat also viele Preise.

Sichtbarkeit bei Google. Nach einem Relaunch verlieren viele Shops ihre Rankings. Der Umsatz sinkt genau dann, wenn sich der neue Shop beweisen muss.

Anbindung an das ERP. Shop, Lager und Buchhaltung müssen übereinstimmen. Sonst verkauft der Shop Wein, der nicht an Lager ist. Und jemand korrigiert Rechnungen von Hand.

Die Vinothek Brancaia kennt diese Probleme aus sechs Shop-Projekten.

  1. 01Jahrgänge und FlaschengrössenViele Artikel, für den Kunden ein Wein
  2. 02PreiseJeder Kunde zahlt anders
  3. 03Sichtbarkeit bei GoogleRankings gehen beim Relaunch verloren
  4. 04Anbindung an das ERPShop, Lager und Buchhaltung weichen ab

Warum es diesmal geklappt hat

Der neue Shop musste alle vier Probleme lösen. Drei Dinge haben das möglich gemacht.

Grund 1: Wir haben zuerst zugehört

Raymond Silvani ist seit 1999 bei Brancaia. Niemand kennt das Geschäft besser als er. Also haben wir zuerst gefragt und dann gebaut.

Raymond hat uns erklärt, wie seine Preise entstehen. Ein Beispiel.

Zwei Restaurants bestellen denselben Wein. Jedes hat mit Brancaia einen eigenen Preis vereinbart. Dann startet eine Aktion.

Ein Wein, zwei Restaurants
Restaurant 1Restaurant 2
Vereinbarter PreisCHF 11.90CHF 13.40
AktionspreisCHF 12.50CHF 12.50
BezahltCHF 11.90CHF 12.50
Beispielwerte, keine aktuellen Verkaufspreise.

Jedes Restaurant zahlt den tieferen der beiden Preise. Ein normaler Shop kann das nicht. Er kennt pro Wein einen Preis.

Wir haben deshalb eine eigene Preislogik gebaut. Sie prüft für jeden Kunden alle Konditionen und zeigt den Preis, der für ihn gilt.

Privatkunden, Gastronomie und Handel kaufen heute im gleichen Shop ein. Jeder sieht seine Preise und seine Zahlungsbedingungen.

Jahrgänge und Flaschengrössen

Im Lager ist jeder Jahrgang ein eigener Artikel. Für den Kunden ist es derselbe Wein.

Auf der Produktseite wechselt er mit einem Klick zwischen Jahrgängen und Flaschengrössen. Preis und Lagerstatus stehen direkt daneben.

Produktseite der Vinothek Brancaia mit Auswahl von Jahrgang und Flaschengrösse
Die Produktseite mit der Auswahl von Jahrgang und Flaschengrösse.

Der Offerten-Generator

Aus den Gesprächen mit den Verkaufsteams entstand ein weiteres Werkzeug.

Der Vertrieb stellt direkt im Shop eine Offerte zusammen. Die Preise des Kunden sind schon eingerechnet. Der Kunde erhält ein PDF und findet die Offerte in seinem Konto. Von dort legt er die Weine in den Warenkorb.

Der Aussendienst erstellt so mit wenigen Klicks eine schöne Offerte. Excel braucht es dafür nicht mehr.

Offerten-App in Shopify neben der fertigen Offerte der Vinothek Brancaia als PDF
Links die Offerten-App in Shopify, rechts die fertige Offerte als PDF.

Grund 2: Wir haben ein Fundament gebaut, das hält

Fabrizio Grillone ist Partner und Lead Engineering bei Metafeld. Er hat die Verbindung zwischen dem Shop und dem ERP Business Central entwickelt.

Shopify ist für den Onlineshop zuständig. Business Central führt Preise, Lager und Rechnungen. Dazwischen arbeitet eine eigene Middleware. Sie hält beide Systeme auf dem gleichen Stand.

ShopifyOnlineshop
MiddlewareHält beide Systeme auf dem gleichen Stand
Business CentralPreise, Lager und Rechnungen

Was das im Alltag bedeutet.

  • Ein Auftrag aus der Filiale erscheint im Onlinekonto des Kunden. Der Lagerbestand stimmt für jeden Standort.
  • Fällt ein System kurz aus, geht keine Bestellung verloren. Sie wartet und wird später zugestellt.
  • Jede Änderung an der Software wird automatisch geprüft, bevor sie live geht.
  • Die Rechnung im ERP stimmt auf den Rappen mit dem Betrag im Shop überein.

Die Preisabfrage dauert im Schnitt 4,5 Millisekunden. Pro Tag laufen über 1'000 Abgleiche zwischen Shop und ERP.

Die Rankings bleiben erhalten

Ein Relaunch kann Rankings bei Google kosten. Wir sind deshalb vorsichtig vorgegangen.

Was bei Google gut funktionierte, haben wir bewahrt. Jede alte Adresse leitet mit einer 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Vor dem Go-live haben wir den Shop einem SEO-Review unterzogen.

Der Traffic aus Google ist seit dem Wechsel stabil und steigt leicht.

Grund 3: Der Marketingleiter hat das Frontend selbst gebaut

Luca D'Ambrosio ist Leiter Marketing und Digital Operations der Vinothek Brancaia. Kampagnen, Aktionen und Inhalte laufen über seinen Tisch. Seine Tage sind voll. Auf eine Agentur warten kann er nicht.

Also hat Luca das Frontend des Shops selbst gebaut. Mit AI.

Vor einem Jahr wäre das nicht möglich gewesen.

Es ging, weil die schwierigen Teile gelöst waren. Die Preise kommen aus der Preislogik. Die Daten kommen aus dem ERP. Luca konnte sich um das kümmern, was er am besten kennt. Das ist der Auftritt der Marke und das Einkaufserlebnis.

Wir haben dafür den Rahmen abgesteckt. So bleibt der Shop sicher und stabil, auch wenn Luca daran weiterbaut.

«Früher habe ich für jede Anpassung ein Ticket geschrieben und gewartet. Heute baue ich sie selbst, oft noch am gleichen Tag.»
Luca D'Ambrosio, Leiter Marketing, Vinothek Brancaia

Was andere Weinhändler daraus lernen können

  1. Zuerst zuhören, dann bauen. Der Kunde kennt sein Geschäft. Wer seine Preisliste versteht, versteht das Projekt.
  2. Die Anbindung zuerst lösen. Ein schöner Shop mit falschen Preisen oder falschem Lager scheitert.
  3. Den Kunden befähigen. Mit AI kann ein Marketingteam heute vieles selbst. Die Agentur liefert das Fundament.